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Stative, Taschen, etc.

Olympus tough TG-1 im Unterwassertest

Die Olympus tough TG-1 ist eine Kompaktkamera mit sportlichen Qualitäten. Bruch- und stoßsicher, hält sie ohne zusätzliches Gehäuse bis zu zwölf Meter Wassertiefe dicht. Grund genug, die Outdoorkamera trotz Winterzeit mit an den See zu nehmen und die Tauchtauglichkeit zu prüfen.

Testgelände war der Kulkwitzer See bei Leipzig. Hier fällt der Boden in einer Länge von 200 Meter auf nur fünf Meter Tiefe ab, genau das richtige für eine Schnorchelkamera. Zudem ist die ehemalige Tagebaugrube mit Sehenswürdigkeiten wie Fässern und Loren ausgestattet.

Diese Lore steht in flachem Wasser und lässt sich damit für Schnappschüsse noch hinreichend belichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pluspunkt im Unterwassereinsatz: Das Display

Mit einer Diagonale von 7,3 Zentimetern (3 Zoll) ist das Display schön groß. Dank der OLED-Technologie bildet es Motive kontrastreich ab, so dass diese auch bei den schwummrigen Lichtverhältnissen unter der Wasseroberfläche zu erkennen sind. Für eine detailreiche Darstellung sorgen die 610.000 Bildpunkte des Displays.

Das Display ist mit 3 Zoll schön groß, aber die Knöpfe liegen zu eng, um sie sind mit Handschuhen zu betätigen.
Das Display ist mit 3 Zoll schön groß, aber die Knöpfe liegen zu eng beieinander, als dass sie noch mit Handschuhen betätigt werden könnten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos mit Klopfzeichen

Die Bedienknöpfe auf der Rückseite liegen so eng beeinander, dass sie sich schon mit bloßen Fingern teilweise nur schwer bedienen lassen. Da bei Wassertemperaturen von maximal sechs Grad dicke Tauchhandschuhe unerlässlich sind, haben wir schon am Ufer die Tab Control der Olympus TG-1 aktiviert. Damit lässt sich die Kamera nämlich mit Klopfzeichen steuern. Je nachdem, ob man oben, unten, links, rechts oder von hinten gegen das Gehäuse klopft, schaltet man beispielsweise den Blitz ein, wechselt den Unterwassermodus oder aktiviert die Bildanzeige. Das hat die Bedienung unter Wasser in der Tat vereinfacht. Die Zoomwippe mit Handschuhen zu treffen, bleibt jedoch schwierig. Zudem sitzen Auslöser und Powerknopf so nah beieinander, dass man häufig die Kamera aus Versehen abschaltet, anstatt ein Foto aufzunehmen.

Bildrauschen oder Blitz

Fotografieren unter Wasser ist gar nicht so einfach: Je tiefer man abtaucht, desto dunkler wird es und die Farben verschwinden. Wer blitzt, lichtet meist nur Schwebeteilchen ab, wie die Aufnahme unten zeigt.

Wenn der Kamerablitz unter Wasser eingesetzt wird, fallen die Schwebeteilchen erst richtig auf, auch wirkt das Motiv wie hier ausgefressen

Gut also, dass Olymus der TG-1 ein Objektiv mit einer weiten Anfangsöffnung von f/2.0 spendiert hat. Sofern man sich auf das Weitwinkel von 25 mm (umgerechnet auf das Kleinbildformat) beschränkt, fällt viel Licht auf den Sensor. Teleaufnahmen – das innenliegende Objektiv der TG-1 schafft bis 100 mm – lohnen sich unter Wasser kaum, weil bei den hiesigen Sichtweiten schon in fünf Metern wenig zu erkennen ist und eben zu wenig Licht durch das Objektiv kommt.

Für noch bessere Lichtausbeute lässt sich die Lichtempfindlichkeit der TG-1 bis ISO 6.400 hochregeln. Dazu müssen Sie natürlich von den Unterwassermodi in die Programmautomatik wechseln. Den Blaustich rechnet man gegebenenfalls am Rechner heraus. Mehr Schwierigkeiten macht jedoch das Bildrauschen, das die Olympus TG-1 ab ISO 800 reichlich produziert. Die farbigen Störpixel lassen sich in der Bildbearbeitung nur mit starker Weichzeichnung und Detailverlust entfernen.

Das Zoom des Objektivs bewegt sich erfreulich ruckelarm, aber auch langsam. Auch der Autofokus nimmt sich viel Zeit, weshalb das Scharfstellen auf bewegliche Motive wie Fische schwierig ist, zumal ohne Blitz.

Viel Powerreserve

Positiv ist die Akkuleistung des Testgeräts zu erwähnen: Nach 30 Minuten Baden in eiskaltem Wasser war der Akku noch nicht mal halb leer. Lästig ist allerdings, dass der Akku nur aufgeladen werden kann, wenn er in der Kamera steckt. Ein weiterer Bonus ist die GPS-Funktion. Wenn die GPS-Daten geloggt werden, lassen sich die Fotos auf digitalen Landkarten wie Google Maps direkt angezeigen. Ein GPS-Modul benötigt jedoch viel Strom, deshalb sollte man es abstellen, wenn es nicht benötigt wird.

Fazit:

Die Olympus TG-1 eignet sich mit dem großen, kontrastreichen Display und dem lichtstarken Objektiv sehr gut für Schnorchelfotos. Im warmen Wasser des Mittelmeeres oder in der Südsee sind Handschuhe unnötig und die Kamera lässt sich bequem bedienen. Zudem fällt dann genügend Licht ins Wasser, so dass in den geringen Tiefen bis zu fünf Meter auch ohne hohe ISO-Werte scharfe und ausreichend belichtete Fotos gelingen. In diesem Fall ist die TG-1 nicht zuletzt  dank der GPS-Funktion ein guter Begleiter für die Reise. Für wirkliche Tauchfotos, zumal in den kalten, heimischen Gewässern eignet sich die TG-1 auch bei geringen Tiefen nicht.

Oben das Foto wurde mit Programmautomatik aufgenommen, unten mit dem Unterwassermodus, der den Blaugrünstich herausrechnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eckdaten Olympus TG-1:

  • 12 Megapixel CMOS-Sensor
  • 4fach optisches Zoom, 25 bis 100 mm kleinbildäquivalent
  • Lichtstärke f/2.0-4.9
  • 3-Zoll-OLED-Display
  • GPS
  • wasserdicht bis 12 Meter
  • staub- und stoßgeschützt
  • Maße (ca.): 12 cm x 3 cm x 6 cm
  • Technische Daten der Olympus TG-1

 

Praxistest: Mit der Pentax W80 am Riff

Die Pentax Optio W80 ist eine der neuen Outdoorkameras, die nicht nur stoßfest und staubgeschützt sind, sondern auch noch wasserdicht. Klingt gut, deshalb haben wir die Kompaktkamera mit 5fach-Zoom und HD-Videomodus gleich einmal einem Praxischeck unterzogen. Redakteurin Katja hat sich dafür mit dem Roten Meer eine ausgesprochen schöne Location ausgesucht. Das Kurz-Fazit: Fotografin und Kamera fühlten sich wie Fische im Wasser. Einige Wünsche an die nächste Kamera-Generation bleiben aber doch. [SCREEN:1]

Pentax Optio W80: Gute Bildqualität, aber langsamer Autofokus

Das erste Schnorcheln mit der Pentax W80 war für mich gewöhnungsbedürftig. Dies lag aber nicht an der Kamera, sondern an mir. Der Grund: Normalerweise sind meine elektronischen Geräte durch Gehäuse aus Polycarbonat oder Aluminum geschützt, wenn ich damit auf Tauchstation gehe. Eine Fotokamera einfach so ins Wasser zu tunken, fühlt sich an wie ein Buch auf den Kohlegrill zu legen. Aber – oh Wunder – die Pentax W80 funktionierte unter Wasser wie über Wasser – und dies ziemlich gut: Der 2,5-Zoll-Monitor mit 230.000 Bildpunkten Auflösung zeigt ein helles sowie detailreiches Bild und dank der Antireflexbeschichtung konnte ich auch knapp unter der Oberfläche das Display gut ablesen – trotz ägyptisch-gleißender Sonneneinstrahlung. Natürlich ist dazu eine Tauchermaske oder zumindest eine Schwimmbrille nötig. Tipp: Da die Optio W80 leichten Abtrieb hat, empfiehlt sich, die mitgelieferte Schlaufe an die Kamera zu knoten und ums Handgelenk zu legen, sonst kann die Kamera schnell im Deep Blue entschwinden. Die Pentax W80 ist bis fünf Meter druckbeständig und wasserdicht. Ob es auch etwas mehr sein darf, habe ich nicht ausprobiert. Tauchgänge empfehlen sich mit der W80 jedenfalls nicht, da man in voller Montur schnell auf größere Tiefen absacken kann.

Die Pentax W80 lässt sich über Wasser wie unter Wasser einsetzen - ganz ohne Gehäuse. Für Schnappschüsse beim Schnorcheln wie hier in der Mittagspause zwischen zwei Tauchgängen ist die Kamera prima.
Die Pentax W80 lässt sich über Wasser wie unter Wasser einsetzen - ganz ohne Gehäuse. Für Schnappschüsse beim Schnorcheln wie hier in der Mittagspause zwischen zwei Tauchgängen ist die Kamera prima.

Die Bedienung ist einfach: Der Wechsel vom Video- in den Fotomodus beispielsweise ist mit wenigen Klicks erledigt. Und da kein Gehäuse die Kamera umgibt, ist es auch kein Problem, auf alle Funktionen zuzugreifen. Für den Unterwassereinsatz ist jedoch die Anordnung der Zoomwippen auf der Rückseite ungünstig. Denn meist bedient man die Kamera einhändig und dann schaltet der Daumen mit dem Zoom auch gleich das Display aus und die Gesichtserkennung ein – dies ist unnötig, wenn die Motive Fische sind ;-).

[SCREEN:2]

Die Bildqualität von Fotos und Videos gefällt mir auch beim Betrachten am Monitor gut. Im Unterwassermodus werden die Farben sowohl bei stehenden als auch bei bewegten Pixeln lebhaft und natürlich wiedergeben. Dabei gleicht das Motivprogramm der W80 den Farbverlust unter Wasser weitgehend aus und verursacht, da die Kamera nur bis fünf Meter eingesetzt wird, auch keinen Farbstich auf größeren Tiefen. Bildrauschen lässt sich bei weniger Licht unter Wasser kaum vermeiden, vor allem wenn man wie ich möglichst keinen Blitz einsetzen will. Ab ISO 800 rauscht es dann deutlich, jedoch bleiben dadurch auch feine Bilddetails von der kamerainternen Rauschreduzierung verschont, mit der meistens eine deutliche Weichzeichnung einhergeht. Trotzdem wäre es schön, wenn die Optio W80 einen optischen Bildstabilisator hätte. Dabei würden auch bei Dünung vermutlich mehr scharfe Fotos gelingen, ohne dass man mehr Lichtempfindlichkeit und damit Rauschen in Kauf nehmen muss.

[SCREEN:4]

Apropos Schärfe – der Autofokus hat sich unter Wasser zu viel Zeit gelassen. Am Schreibtisch schafft die Pentax Optio W80 eine sehr geringe Auslöseverzögerung von unter 0,1 Sekunde, beim quirligen Treiben am Riff waren es gefühlte zwei Sekunden, gemessen habe ich die Auslöseverzögegrung im Roten Meer jedoch nicht.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen der Pentax W80 gehören viele Spielereien wie Rahmen und Effekte, die bei der After-Dive-Party für eine Menge Unterhaltung sorgen. Ein Lob gebührt auch dem 5fach-Zoom, das mit einem Brennweitenbereich von umgerechnet auf das Kleinbildformat 28 bis 140 Millimeter ein starke Weitwinkeleinstellung bietet  Diese eignet sich für Rifflandschaften sowie für Fischfotografie; Telefotos verwackeln ohne Zusatzequipment recht schnell unter Wasser.

[SCREEN:3]

Fazit: Die Pentax W80 macht Spaß

Im Gegensatz zu einer „normalen“ Digitalkamera muss man die Pentax‘ Optio W80 nicht wie ein rohes Ei behandeln. Und das Baden oder Schnorcheln mit der W80 ist erfrischend einfach, da die langwierigen Vorbereitungen mit dem Gehäuse & Co. entfallen. Einfach ins Wasser und los gehts. Nach dem Tauchen kann man die Bilder und die Videos auch direkt ansehen anstatt erst im trockenen Hotelzimmer. Damit der Fotospaß unter Wasser perfekt wird, hätte ich jedoch gerne einen optischen Bildstabilisator und einen schnelleren Autofokus. Auch sollten die Bedienelemente so angebracht sein, dass man sie nicht aus Versehen betätigt.

Alternativen zur Pentax Optio W80: Aktuelle Outdoorkameras

Robuste Digitalkameras sind ein Trend des Fotojahres 2009. Rund zehn Kameras, die wasserdicht, staubgeschützt und stoßfest als Begleiter für Sport und Badespaß herhalten sollen, sind in diesem Jahr auf den Markt gekommen. Die Idee ist freilich nicht neu. Fototools.de hat schon 2006 über Olympus‘ wasserdichte mju: 725SW und die Optio W30 von Pentax berichtet. Hier nun ein Überblick über einige der aktuellen Sportkameras:
Pentax Optio W80

12-Megapixelkamera, HD-Videomodus, 5fach-Zoom, bis 5 Meter wasserdicht, rund 300 Euro, für Details siehe den Test oben

Panasonic Lumix DMC-FT1

löst ebenfalls mit 12 Megapixel auf, hat etwas weniger Zoom (4,6fach, 28 bis 128mm) als die Pentax W80, aber dafür einen optischen Bildstabi. Kostet 400 Euro

Fujifilm Finepix Z33

Die Outdoorkamera von Fujifilm kostet nur 200 Euro, ist aber auch nur bis drei Meter wasserdicht und nur mit einem 3fach-Zoom ausgestattet. Gut: das große 2,7-Zoll-Display

Canon Powershot D10:

Canons Outdoormodell kann bis auf zehn Meter abtauchen, das 3fach-Zoom wird von einem optischen Bildstabi unterstützt. Kostenpunkt: 370 Euro

Olympus mju tough 8000

Auch die mju 8000 ist bis zehn Meter wasserdicht, zudem hält sie laut Hersteller den Tritt von einem 100-Kilo-Hühnen aus. Als Zugabe bietet die Kamera ein Manometer, das Luft- und Wasserdruck messen kann. Rund 400 Euro

Rollei SL 90 für 100 Euro

Mit rund 100 Euro ist 9-Megapixelkamera ein Schnäppchen unter den Outdoorkameras, jedoch muss man auf Ausstattung verzichten. Die SL90 hat kein Zoomobjektiv, sondern eine 45-mm-Festbrennweite (umgerechnet auf KB) und nimmt Video nur in VGA-Qualität auf. Wasserdicht ist die Kamera bis drei Meter.

Sanyo Xacti WH1

Wer lieber filmt als fotografiert, findet mit der Xacti WH1 einen bis zu drei Meter wasserdichten Gefährten. Der HD-Camcorder bietet ein 30-fach-Zoom, gespeichert wird auf SD-Karten. Die Kamera kostet rund 500 Euro.

 

Handbuch zur Unterwasserfotografie

Unterwasser- fotografie hat es in sich. Die Licht bricht sich im Wasser anders als an der Luft, die Farben verschwinden bei zunehmender Tiefe und Fische & Felsen wirken größer als es an Land der Fall wäre. Nicht zuletzt muss der Fotograf sich und die Kamera für das nasse Element mit Tauchanzug und Gehäuse präparieren. Ein Grund mehr, sich auf die Fotopirsch unter Wasser gründlich vorzubereiten. Dazu eignen sich zwei Bände von Herbert Frei aus dem Kosmos-Verlag: „Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras“ und „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“.

Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras

Der Band „Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras“ beginnt mit einem informativen Kapitel über die Besonderheiten der Unterwasserfotografie wie den Farbenschwund, die Brennweitenverlängerung durch die Lichtbrechung oder die Streuung durch Schwebeteilchen. Die folgenden Kapitel „Digitale Spiegelreflexkameras“, „Ganz ohne Technik geht es nicht“ und „Fotografieren mit Blitzlicht“ behandeln allgemeine Grundlagen über das Fotografieren mit DSLRs. Der Autor mischt dabei technische Infos wie beispielsweise zu den Sensorgrößen und -formaten mit Aspekten einer Kaufberatung. Wer bereits eine Spiegelreflexkamera besitzt und überlegt, ob er seine Gerätschaft mit ins Wasser nehmen soll, profitiert eher von den praxisbezogenen Beispielen: Wenn der Autor beispielsweise die Formen der Belichtungsmessung oder des Autofokus erklärt, findet sich fast immer ein Bezug zur speziellen Situation unter Wasser. Da macht es auch nichts, dass manche Details in der Kameratechnik nicht auf dem neusten Stand sind – beispielsweise ist inzwischen die Live-View-Funktion nicht mehr hauptsächlich auf SLRs von Panasonic und Olympus beschränkt.
Einen so gründlichen Überblick über die Kameragehäuse und deren Erweiterbarkeit mit Blitzarmen und Ports wie im Buch aus dem Kosmos-Verlag findet man im Internet und in Zeitschriften kaum. Für eine Kaufentscheidung in Sachen Unterwasserausstattung ist dies sehr hilfreich. In dem Kapitel „Bildgestaltung“ bündelt Frei noch einmal auf rund 20 Seiten praktische Unterwasser-Tipps für fortgeschrittene Fotografen. Die Kapitel „Pflege“ und „Bildbearbeitung“ runden das Buch ab, wobei die Bildbearbeitung mit sechs Seiten recht allgemein und knapp ausgefallen ist.

Bemerkenswert ist die gute Aufmachung des Bandes. Das über 200 Seiten starke Taschenbuch hat eine robuste Bindung und ist – passend zum Thema – mit einer  wasserabweisenden Plastikhülle geschützt. Herbert Freis zahlreiche Unterwasserfotos kommen sehr gut zur Geltung und wirken farblich schön ausbalanciert. Neben den typischen Blauwasser- und Rifffotos finden sich auch ausgefallene Szenarien aus dem Süßwasser, die man nicht alle Tage vor die Linse bekommt – beispielsweise einen Hecht, der gerade einen Aal verspeist. Zudem ist das Layout aufwendig. Jede Doppelseite ist mit Fotos, Kastenelementen, Fließtext und Bildunterschriften gestaltet, so dass es einerseits übersichtlich bleibt und andererseits Lust aufs Lesen macht.

Fazit:
Allein die Fotos lohnen das Unterwasserhandbuch von Herbert Frei. Die Motive dienen als Illustration wie als Inspiration gleichermaßen. Die vielfältigen Aspekte der Unterwasserfotografie sind ausführlich und verständlich behandelt. Hin und wieder hätte man sich weniger allgemeine Technik-Infos als noch mehr praktische Beispiele gewünscht, auch würde sich gerade für SLR-Fotografen ein Workshop mit Raw-Bildern gut machen. Insgesamt ist das Buch ein praktischer Ratgeber, der sich sowohl zum Schmökern wie auch zum Nachschlagen eignet.

Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras

Im Prinzip gilt das Fazit zum ersten Band auch für „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“. Aufbau, Einband und Aufmachung sind ähnlich, wobei natürlich anstelle der Spiegelreflexkameras nun die Kompaktkameras im Mittelpunkt stehen. Entsprechend fallen Kapitel wie beispielsweise Brennweite und Objektive knapper aus, auch nimmt beispielsweise die Erweiterbarkeit von Gehäusen weniger Raum ein. Dafür finden sich noch mehr Tipps zu bestimmten Szenarien – beispielsweise zu Aufnahmen im Pool, im Meer oder im Süßwasser. Anfänger könnten allerdings von ein paar Worten zu den Motivprogrammen „Unterwasser“ profitieren, die zwar inzwischen in fast jeder Kompaktkamera enthalten sind, die man aber wegen ihrer Filterwirkung nicht immer vorbehaltlos einsetzen sollte. Das Bildmaterial beeindruckt ebenfalls in diesem Band mit schönen Farben und ausgefallenen Motiven, wobei die Fotos nicht einfach aus dem Band zur Spiegelreflexfotografie übernommen, sondern auf die kompakten Kameras abgestimmt sind. Deshalb ist auch der Band „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“ für Einsteiger und fortgeschrittene Unterwasserfotografen zu empfehlen.

Daten:

Autor: Herbert Frei
Titel: Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras
ISBN: 978-3-440-10811-6
Preis: 20 Euro
232 Seiten
Verlag: Kosmos

Autor: Herbert Frei
Titel: Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras
ISBN: 978-3-440-11860-3
Preis: 20 Euro
224 Seiten
Verlag: Kosmos

Mehr Infos:

Filterlinsen für Digitalkameras

Objektivaufsätze, meist Fotolinsen oder -filter genannt, verändern und verbessern die Qualität der Fotos schon bei der Aufnahme. Dies spart Zeit, da sie eine Bildbearbeitung am Rechner in vielen Fällen unnötig machen. Jedoch sind nicht alle Filterlinsen sinnvoll. Wir zeigen, welche Filter sich lohnen und wie Sie diese richtig einsetzen.

Vergütung von Filtern

Fast alle Glasfilter besitzen eine Oberflächenvergütung zur Sicherung der Qualität. Bei Kunststofffiltern hat sich das Verfahren jedoch aus herstellungstechnischen Gründen nicht durchgesetzt: Ein wichtiger Grund, warum man sich, wann immer möglich, für Glasfilter entscheiden sollte. Im Fachhandel werden Linsen in mehreren Qualitätsstufen der Vergütung angeboten, von der Einfachvergütung bis zur aufwendigen Mehrfachvergütung aus mehreren Lagen. Statt von „Vergütung“ wird oft auch von „Entspiegelung“ gesprochen. Beide Ausdrücke bezeichnen jedoch ein technisches Verfahren, bei dem durch aufgedampfte Schichten der Übergang von dem optisch dünnen Medium Luft zum optisch dichten Medium Linsenglas angeglichen wird. Dadurch sinkt der Reflexionsgrad, auch Geisterbilder sowie Streulicht lassen sich vermeiden.

Nahlinsen

Durchaus sinnvoll ist die Nutzung von Nah- beziehungsweise Makrolinsen an Digitalkameras. Diese Linsenart verringert die Nahgrenze eines Objektivs, sie verkürzt also den minimalen Abstand zwischen Objektiv und Motiv, in dem die Kamera noch scharf stellen kann. Die Stärke einer Nahlinse wird in der Einheit Dioptrien angegeben. Beim Übereinanderlegen mehrerer Makrolinsen addiert sich die Dioptrienzahl. Je höher dieser Wert, umso geringer wird der mögliche Abstand zwischen Objektiv und Motiv. Durch den Linsenschliff stellt sich ein Vergrößerungseffekt ein, wie man ihn von Lupen kennt: Obwohl der reale Abstand zwischen Objektiv und Motiv sehr klein ist, wirkt er im Bildausschnitt ziemlich groß. Allerdings werden auch mit zunehmender Dioptrienzahl auch optische Fehler verstärkt. Bei der Verwendung von Nahlinsen kommt es nicht selten zu Vignettierungen, der Bildrand eines Fotos wird dunkler. Zudem können sich auch Randunschärfen und Farbsäume bilden. Diese lassen sich während der Aufnahme nur durch die Verwendung von sehr teuren so genannten Achromaten mindern.

Polarisationsfilter

[SCREEN:1]Diese Filter werden beim Fotografieren häufig für zwei Anwendungen eingesetzt: Entspiegeln und Farbintensivierung. Blauer Himmel etwa lässt sich abdunkeln und erhält eine tiefblaue, teilweise fast schwarze Farbwirkung. Das funktioniert allerdings nur, wenn in einem 90-Grad-Winkel zum Sonnenlicht fotografiert wird. Bei unklaren Lichtverhältnissen wie Dunst am Himmel ist der Effekt bestenfalls noch schwach wahrzunehmen. Auch zum Entspiegeln von reflektierenden, nichtmetallischen Oberflächen erweisen sich Polfilter als nützlich, denn es lassen sich mit ihnen Reflexe auf Glas oder Wasser beseitigen. Aber auch hier ist der Winkel entscheidend. Gute Ergebnisse erzielt man mit einem Aufnahmewinkel von ungefähr 40 Grad. Die Stärke des Effekts wird durch Drehung des Filters eingestellt. Doch Achtung: Durch Polarisationsfilter entsteht ein Lichtverlust von zwei Blenden für das Objektiv. Die Optik unterscheidet zwei Arten von Polfiltern, lineare und zirkulare Polarisationsfilter. Zwar unterscheiden sich beide Typen nicht in ihrer Wirkung, aber bei linearen Polfiltern kann es zu Problemen mit dem Autofokus kommen.

Infarotfilter

Bei Aufnahme mit diesem Filtertyp werden für das menschliche Auge sichtbare Lichtwellen herausgefiltert. Nur Wellen des für Menschen nicht wahrnehmbaren Infrarotbereichs gelangen durch die Linse und treffen auf den IR-Bildsensor der Kamera. Dies bewirkt auf Fotos den berühmten „Schnee-Effekt“: Landschaftsaufnahmen wirken, als wären sie im Winter im Schwarz-Weiß-Modus entstanden. Infrarotlicht wird nicht von Dunst oder leichtem Nebel gebrochen. So können auch Motive aufgenommen werden, die sonst Auge und Kamera verborgen blieben. Allerdings gilt es zu beachten, dass für Infrarotfotos längere Belichtungszeiten nötig sind. Bei der Wahl des richtigen Filters helfen die Angaben auf dem Filterring. Diese geben die Wellenlänge des Lichts in Nanometer, das das Filter durchlässt. Für die meisten Digitalkameras ist ein Wert von 720 Nanometer gut geeignet. Allerdings kann es bei Infrarotaufnahmen zu Problemen mit dem Autofokus und der Belichtungsmessung kommen. Dann muss das Objektiv manuell fokussiert beziehungsweise eine Belichtungsmessung vorgenommen werden.

Graufilter

[SCREEN:0]Um die Belichtungszeit einer Aufnahme zu verlängern, werden häufig Grau- oder Neutraldichte(ND)-Filter verwendet. Diese ermöglichen es, auch bei sehr hellen Lichtverhältnissen mit offner Blende zu fotografieren, ohne das es zur Überbelichtung kommt. In der fotografischen Praxis werden diese Filter vor allem für Bilder mit geringer Tiefenschärfe verwendet, etwa für Porträtaufnahmen im Außenbereich. Bei sehr hellem Umgebungslicht müsste hier ohne Graufilter abgeblendet werden, um eine Überbelichtung der Aufnahme zu vermeiden. Ein bekannter Effekt stellt sich ein, wenn mit einem Graufilter fließendes Wasser bei starkem Sonnenlicht fotografiert wird. Indem der Filter den Lichteinfall reduziert, verlängert sich zugleich die Belichtungszeit – das Wasser verschwimmt, bekommt eine weiche, nebelähnliche Anmutung, während die Umgebung scharf abgebildet wird. Die Effektstärke des Filters wird allgemein mit dem Faktor angegeben, um den sich die Belichtungszeit verlängert („nX“). Werden für Aufnahmen mehrere Graufilter eingesetzt, erhält man die Effektstärke durch Multiplikation der Faktoren – zwei 4-fach Graufilter ergeben also eine Stärke von 16X. Seltener wird die Stärke auch in Blendenstufen oder Dichte angegeben. Bei einem Filter mit 16-facher Verlängerung sinkt die Blendeneinstellung um vier Stufen. Einen wirklich wahrnehmbaren Effekt erzielt man erst mit einem Filter der Stärke von mindestens 3 Blendenstufen (Filterfaktor 8), für stärkere Effekte wird eher von sechs Blendenstufen (Filterfaktor 64) ausgegangen. Wichtig: Die so entstehenden Belichtungszeiten machen den Einsatz eines Stativs nötig.

UV-Filter

Diese Objektivlinse dient dazu, die ultravioletten Wellen des Lichtspektrums zu blocken. Allerdings zeigt dies in der digitalen Fotografie keine oder nur eine sehr geringe Wirkung, da die Sensoren von Digitalkameras nicht für UV-Licht empfindlich sind. Dennoch wird diese Linsenart recht häufig in der Digitalfotografie genutzt, allerdings als Schutz für die Objektive vor Schmutz und Beschädigung. Bei kritischen Lichtsituationen kann es allerdings durch die zusätzliche Linse zu unerwünschten Reflexionen kommen. Durch die Verwendung von vergüteten, also entspiegelten Filtern kann diesem Problem aber weitgehend vorgebeugt werden.

Sternfilter

Über den Nutzen spezieller Effektfilter für die digitale Fotografie kann man geteilter Meinung sein. Angesichts der Möglichkeiten, die die digitale Bildbearbeitung bietet, sind viele – wie etwa das Sternfilter – nicht notwendig. Dieses verleiht spitzen Lichtern wie Glanzlichtern oder hellen Punkte auf der Aufnahme sternförmige Strahlen. Dieser Effekt lässt sich jedoch in Bildbearbeitungsprogrammen gezielter einfügen. Nur in speziellen Aufnahmesituationen wie beim Ablichten von Wasserflächen erweist sich das Sternfilter als nützlich: In Photoshop würde dabei die Bearbeitung Tausende solcher spitzen Lichter anfallen. Dann ist der Einsatz des Filters effizienter.