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Handbuch zur Unterwasserfotografie


Tipps zur Unterwasserfotografie
Unterwasser- fotografie hat es in sich. Die Licht bricht sich im Wasser anders als an der Luft, die Farben verschwinden bei zunehmender Tiefe und Fische & Felsen wirken größer als es an Land der Fall wäre. Nicht zuletzt muss der Fotograf sich und die Kamera für das nasse Element mit Tauchanzug und Gehäuse präparieren. Ein Grund mehr, sich auf die Fotopirsch unter Wasser gründlich vorzubereiten. Dazu eignen sich zwei Bände von Herbert Frei aus dem Kosmos-Verlag: „Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras“ und „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“.

Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras


Der Band „Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras“ beginnt mit einem informativen Kapitel über die Besonderheiten der Unterwasserfotografie wie den Farbenschwund, die Brennweitenverlängerung durch die Lichtbrechung oder die Streuung durch Schwebeteilchen. Die folgenden Kapitel „Digitale Spiegelreflexkameras“, „Ganz ohne Technik geht es nicht“ und „Fotografieren mit Blitzlicht“ behandeln allgemeine Grundlagen über das Fotografieren mit DSLRs. Der Autor mischt dabei technische Infos wie beispielsweise zu den Sensorgrößen und -formaten mit Aspekten einer Kaufberatung. Wer bereits eine Spiegelreflexkamera besitzt und überlegt, ob er seine Gerätschaft mit ins Wasser nehmen soll, profitiert eher von den praxisbezogenen Beispielen: Wenn der Autor beispielsweise die Formen der Belichtungsmessung oder des Autofokus erklärt, findet sich fast immer ein Bezug zur speziellen Situation unter Wasser. Da macht es auch nichts, dass manche Details in der Kameratechnik nicht auf dem neusten Stand sind – beispielsweise ist inzwischen die Live-View-Funktion nicht mehr hauptsächlich auf SLRs von Panasonic und Olympus beschränkt.
Einen so gründlichen Überblick über die Kameragehäuse und deren Erweiterbarkeit mit Blitzarmen und Ports wie im Buch aus dem Kosmos-Verlag findet man im Internet und in Zeitschriften kaum. Für eine Kaufentscheidung in Sachen Unterwasserausstattung ist dies sehr hilfreich. In dem Kapitel „Bildgestaltung“ bündelt Frei noch einmal auf rund 20 Seiten praktische Unterwasser-Tipps für fortgeschrittene Fotografen. Die Kapitel „Pflege“ und „Bildbearbeitung“ runden das Buch ab, wobei die Bildbearbeitung mit sechs Seiten recht allgemein und knapp ausgefallen ist.

Bemerkenswert ist die gute Aufmachung des Bandes. Das über 200 Seiten starke Taschenbuch hat eine robuste Bindung und ist – passend zum Thema – mit einer  wasserabweisenden Plastikhülle geschützt. Herbert Freis zahlreiche Unterwasserfotos kommen sehr gut zur Geltung und wirken farblich schön ausbalanciert. Neben den typischen Blauwasser- und Rifffotos finden sich auch ausgefallene Szenarien aus dem Süßwasser, die man nicht alle Tage vor die Linse bekommt – beispielsweise einen Hecht, der gerade einen Aal verspeist. Zudem ist das Layout aufwendig. Jede Doppelseite ist mit Fotos, Kastenelementen, Fließtext und Bildunterschriften gestaltet, so dass es einerseits übersichtlich bleibt und andererseits Lust aufs Lesen macht.

Fazit:
Allein die Fotos lohnen das Unterwasserhandbuch von Herbert Frei. Die Motive dienen als Illustration wie als Inspiration gleichermaßen. Die vielfältigen Aspekte der Unterwasserfotografie sind ausführlich und verständlich behandelt. Hin und wieder hätte man sich weniger allgemeine Technik-Infos als noch mehr praktische Beispiele gewünscht, auch würde sich gerade für SLR-Fotografen ein Workshop mit Raw-Bildern gut machen. Insgesamt ist das Buch ein praktischer Ratgeber, der sich sowohl zum Schmökern wie auch zum Nachschlagen eignet.

Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras


Im Prinzip gilt das Fazit zum ersten Band auch für „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“. Aufbau, Einband und Aufmachung sind ähnlich, wobei natürlich anstelle der Spiegelreflexkameras nun die Kompaktkameras im Mittelpunkt stehen. Entsprechend fallen Kapitel wie beispielsweise Brennweite und Objektive knapper aus, auch nimmt beispielsweise die Erweiterbarkeit von Gehäusen weniger Raum ein. Dafür finden sich noch mehr Tipps zu bestimmten Szenarien – beispielsweise zu Aufnahmen im Pool, im Meer oder im Süßwasser. Anfänger könnten allerdings von ein paar Worten zu den Motivprogrammen „Unterwasser“ profitieren, die zwar inzwischen in fast jeder Kompaktkamera enthalten sind, die man aber wegen ihrer Filterwirkung nicht immer vorbehaltlos einsetzen sollte. Das Bildmaterial beeindruckt ebenfalls in diesem Band mit schönen Farben und ausgefallenen Motiven, wobei die Fotos nicht einfach aus dem Band zur Spiegelreflexfotografie übernommen, sondern auf die kompakten Kameras abgestimmt sind. Deshalb ist auch der Band „Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras“ für Einsteiger und fortgeschrittene Unterwasserfotografen zu empfehlen.


Daten:

Autor: Herbert Frei
Titel: Digitale Unterwasserfotografie – Spiegelreflexkameras
ISBN: 978-3-440-10811-6
Preis: 20 Euro
232 Seiten
Verlag: Kosmos

Autor: Herbert Frei
Titel: Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkameras
ISBN: 978-3-440-11860-3
Preis: 20 Euro
224 Seiten
Verlag: Kosmos


Mehr Infos:




 

Geschrieben von: kalle am 05.06.2009
Wertung: 





  

Positiv

  • Übersichtlich
  • Umfassend
  • Tolles Bildmaterial

Negativ

  • Bildbearbeitung kommt zu kurz
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