Wenn nur ein Bereich von einem Foto ins Auge fallen soll, können Sie den Hintergrund verschwimmen lassen. Nicht immer lässt sich jedoch bei der Aufnahme die Schärfentiefe weit genug verringern. Bei Kompaktkameras mit kleinen Sensoren gerät häufig trotz offener Blende das Bild von vorne bis hinten scharf. Dann hilft immer noch Photoshop: Tragen Sie in der Bildbearbeitung mit dem Gaußschen Weichzeichner und ein wenig Ebenentechnik gezielt Unschärfe auf einen Bildbereich auf.
Für ungeduldige Gemüter gibt es hier die Kurzform des Workshops Gezielt weichzeichnen in zehn Schritten. Wer mehr Erläuterungen und Bilder möchte, liest weiter unten.
1. Bild in Photoshop öffnen und mit der Taste [F7] die Ebenenpalette in den Vordergrund holen
2. Hintergrundebene kopieren: selbige anklicken, Maustaste gedrückt halten und auf das Symbol Neue Ebene erstellen unten in der Palette ziehen – zweites Symbol von rechts
3. Auf der Ebenenkopie bleiben und Filter, Weichzeichnungsfilter, Gaußscher Weichzeichner aufrufen
4. Weichzeichen: Mit Radius Stärke des Effekts einstellen
5. Auf weichgezeichneter Ebenenkopie bleiben, unten in der Ebenenpalette auf das Symbol Ebenenmaske hinzufügen klicken
6. Pinsel in der Werkzeugleiste aufrufen
7. Vordergrundfarbe muss jetzt schwarz sein. Ist sie nicht: Mit der Taste [d] weiß und schwarz einstellen, mit [x] bei Bedarf Vorder- und Hintergrund wechseln. Das schwarze Viereck muss vorne sein
8. Einmal in die weiße Ebenenmaske klicken und mit dem Pinsel die Unschärfe entfernen
9. Entweder Bild mit Ebenen als TIFF oder PSD speichern, oder
10. Im Ebenen-Menü Auf Hintergrundebene reduzieren und dann als JPEG speichern
Mehr Infos:
1. Bild in Photoshop öffnen und mit der Taste [F7] die Ebenenpalette in den Vordergrund holen
Anstatt die Taste [F7] zu drücken, können Sie die Ebenenpalette auch über das Menü Fenster, Ebenen aktivieren.
2. Hintergrundebene kopieren: anklicken, Maustaste gedrückt halten und auf das Symbol Neue Ebene erstellen unten in der Palette ziehen (zweites Symbol von rechts)
Jedes Foto hat standardmäßig eine Bildebene. Es gibt beispielsweise auch Textebenen, aber die werden jetzt nicht gebraucht. Diese Bildebene heißt immer zuerst “Hintergrund”. Nach dem Kopieren heißt die obere Ebene “Hintergrund Kopie”. Das sieht man auch auf dem Screenshot links. Achja: Die Bildunterschriften zu den Screenhots habe ich mir gespart, wie man sieht. Ich denke, die Bilder erklären sich auch so. Wenn nicht, kann ja einer einen Kommentar schreiben. Das Ebenenkopieren geht übrigens auch über die rechte Maustaste: Ebene anklicken und dann Ebene duplizieren, OK.
3. Auf der Ebenenkopie bleiben und Filter, Weichzeichnungsfilter, Gaußscher Weichzeichner aufrufen
“Auf der Hintergrundkopie bleiben” heißt: Die Ebene muss blau markiert sein. Klicken Sie im Zweifelsfall einmal drauf.
4. Weichzeichen: Mit Radius Stärke des Effekts einstellen
Wenn die Checkbox Vorschau aktiviert ist, sehen Sie gleich im Bild selber, wie schön unscharf alles wird. Stellen Sie hier ruhig einen hohen Wert ein. Im nächsten Schritt können Sie die Unschärfe nämlich genauer dosieren. Dialog mit OK bestätigen, um den Effekt anzuwenden.
5. Auf weichgezeichneter Ebenenkopie bleiben, unten in der Ebenenpalette auf das Symbol Ebenenmaske hinzufügen klicken
Bleiben Sie weiter auf der Ebene “Hintergrundkopie”. Das Symbol Ebenenmaske hinzufügen finden Sie unten in der Ebenenpalette, siehe dazu auch der Screenshot zu Schritt 8. Eine auf diesem Weg erstellte Ebenenmaske ist standardmäßig weiß. Und wenn sie weiß ist, deckt sie nichts vom verknüpften Bild ab. Wenn sie schwarz ist, deckt sie alles vom verknüpften Bild ab und das Bild auf der Ebene darunter ist zu sehen. Wenn sie grau ist, deckt sie das verknüpfte Bild teilweise ab. Aber hier ist weiß und dies soll sie auch sein.
Nochmal zu den Ebenen: Die Ebenen enthalten hier jeweils ein Bild und liegen wie Schichten übereinander. Man sieht immer nur die oberste Schicht, hier also die unscharfe Ebene. Indem Sie im nächsten Schritt mit der Ebnenenmaske diese obersten Schicht durchlässig machen, kommt die Ebene darunter zum Vorschein.
6. Pinsel in der Werkzeugleiste aufrufen
Sehen Sie zu, dass Sie wirklich den Pinsel erwischen und nicht etwa das Buntstift-Werkzeug oder so. Wenn der Pinsel nicht angezeigt wird, liegt das daran, dass ein anderes Werkzeug, mit dem der Pinsel gruppiert ist, zuletzt aktiviert gewesen ist. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das angezeigte Werkzeug und wählen dann aus dem Kontextmenü den Pinsel aus. Wenn Sie den Pinsel anklicken, werden oben unter der Menüleiste die Pinseloptionen eingeblendet. Stellen Sie hier eine geringe Deckkraft ein. So lassen sich weichere Übergänge hinbekommen. ![]()
7. Vordergrundfarbe muss jetzt schwarz sein. Wenn nicht: Mit der Taste [d] weiß und schwarz einstellen, mit [x] bei Bedarf Vorder- und Hintergrund wechseln. Das schwarze Viereck muss vorne sein
Mit dem Pinsel pinseln Sie gleich auf der Ebenenmaske. Ist als Farbe schwarz eingestellt, decken Sie damit die Ebene darunter auf.
8. Einmal in die weiße Ebenenmaske klicken und mit dem Pinsel die Unschärfe entfernen
Indem Sie einmal in die weiße Ebenemaske klicken, stellen Sie sicher, dass Sie auch wirklich auf der Maske malen und nicht das Bild selber mit schwarzer Farbe verunzieren. Fahren Sie mit dem Pinsel über die Bildbereiche, die scharf sein sollen. Wenn Sie eine geringe Deckkraft eingestellt haben, deckt ein Pinselstrich den Bildbereich nur teilweise auf. Auf der Maske wird dieser Bereich dann grau angezeigt. Wenn Sie nochmal drüber pinseln, wird er dunkler grau und schwarz, bis die komplette Ebene darunter sichtbar ist. Und: Wer lieber auf der Maskenansicht statt auf dem Bild pinselt, kann die Alt-Taste gedrückt halten und einmal in die Maske klicken. Dann wird anstatt das Foto die Maske in groß angezeigt. Nochmal Alt-Klicken in die Maske und das Foto wird wieder angezeigt.
9. Entweder Bild mit Ebenen als TIFF oder PSD speichern, oder
Dabei bleiben die Ebenen erhalten und das Bild lässt sich später verlustfrei nochmal ändern. Nachteil: Die Datei wird größer und beispielsweise ein Online-Print-Service kann mit PSDs oder TIFFs samt Ebenen meist wenig anfangen.
10. Im Ebenen-Menü Auf Hintergrundebene reduzieren und dann als JPEG speichern
Online-Services können JPEGs auf jeden Fall drucken. Dafür müssen Sie aber erst die Ebenen platt machen.Im Bild hier übrigens das komplett rattenscharfe Ausgangsbild, unten das Ergebnis mit weichgezeichnetem Hintergrund, bei dem nur noch der Löwenzahn scharfgezeichnet ist.

