Die Nikon Coolpix P90 ist eine der fünf Ultrazoom- kameras, die bis jetzt in diesem Jahr vorgestellt wurden. In der 12-Megapixelkamera steckt ein optisches 24-fach-Zoom, das zudem eine extreme Weitwinkeleinstellung von 26 mm bietet. Das Vorgänger-Modell P80 brachte es dagegen "nur" auf ein 18-fach-Zoom. Grund genug für Fototools, sich den kleinen Zoomboliden einmal genauer anzusehen. In der Praxis schlug sich die Nikon Coolpix P90 sehr beachtlich, wenn auch einige Wünsche offen bleiben.
Von außen macht die Nikon Coolpix P90 einen guten Eindruck. Das Kunststoffgehäuse wirkt robust, über den gummierten Griff lässt sich die Kompaktkamera bequem halten – zumindest wenn man Rechtshänder ist. Auch die Bedienung ist – wie bei Nikon häufig – gut gelöst: Die wichtigen Einstellungen lassen sich über das Menü-Wählrad oben auf dem Gehäuse sowie mit diversen Bedienknöpfen auf der Rückseite gut erreichen. Mit Maßen von ca. 8 x 11 x 10 Zentimetern ist die Coolpix P90 zudem recht kompakt und eignet sich mit einem halben Kilo Gewicht auch für die Reise. [SCREEN:0]
Nikon Coolpix P90: Superzoom in kompaktem Gehäuse
In dem handlichen Gehäuse verbirgt sich jedoch ein Objektiv mit einem riesigen Brennweitenbereich. Landschaften und Totalaufnahmen von Gebäude lassen sich mit einem starken Weitwinkel von 26 Millimeter einfangen, weit entfernte Motive holt das 24-fach-Zoom mit bis zu 624 Millimeter heran. Die Anfangsblende bei maximaler Tele-Einstellung liegt immerhin noch bei F 5, gleichzeitig profitiert man gerade bei langen Brennweiten oder auch bei Situationen mit wenig Umgebungslicht vom integrierten optischen Bildstabilisator. Für garantiert wackelfreie Aufnahmen aus der Ferne ist in der Praxis trotzdem ein Stativ nötig. Die Abbildungsqualität der kleinen Kompaktkamera lässt sich natürlich nicht mit einer Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven vergleichen. Jedoch halten sich die Verzeichnungen der Coolpix P90 sowohl im Telebereich als auch im Weitwinkel in erstaunlich engen Grenzen. Auch die Randabdunklung hat beim Praxistest kaum gestört. Abstriche gab es dagegen für den Zoom-Motor. Beim Auszoomen ruckelte die Kamera deutlich, so dass sich die gewünschte Brennweite teilweise nur schwer einstellen ließ.
[SCREEN:1]
Mit Bildrauschen haben alle Digitalkameras zu kämpfen. Bis ISO 400 machen sich die Störpixel bei der P90 allerdings kaum bemerkbar. Ab ISO 800 werden die Werte jedoch kritisch, und beim Spitzenwert ISO 6.400 sind die Bilder trotz reduzierter Auflösung kaum zu gebrauchen. Die Farbwiedergabe ist dezent, vor allem Hauttöne wirken natürlich. Grüntöne geraten dagegen in der Standardeinstellung etwas zu matt. Da die Nikon Coolpix P90 keine RAW-Daten speichern kann, lässt sich dies auch in der Bildbearbeitung nur mit Verlust in den JPEG-Dateien ausgleichen.
Superschnell ist die Nikon Coolpix P90 nicht. Rund drei Sekunden vergehen, bis die Kamera einsatzbereit ist. Auch lässt sich der Autofokus bei Motiven mit wenigen Kontrasten teilweise etwas Zeit, jedoch ist die Auslöseverzögerung für die meisten Schnappschüsse gering genug. Im Serienbildmodus schafft die Coolpix bis zu 15 Bilder in der Sekunde, allerdings bei stark reduzierter Auflösung. Bei voller Auflösung kann die Nikon P90 immer noch gute 1,4 Bilder pro Sekunde aufnehmen.
[--NEU--]
Coolpix P90 von Nikon: Von Motivprogrammen bis zum Display
Neulingen erleichtert die Coolpix P90 das Fotografieren mit zahlreichen Fotohilfen wie die Schattenaufhellung, Gesichtserkennung und Lächelerkennung. Unter „Szene“ verbergen sich 14 Motivprogramme. Zusätzlich gibt es einen bequemen Panorama-Assistenten für die Zusammenstellung mehreren Bildern, die dann aber nicht in der Kamera, sondern in der mitgelieferten Software zusammengerechnet werden. Erfahrene Fotografen können mit den Kreativprogrammen A, S und M mit Blende und Belichtung experimentieren. So ist beispielsweise sogar Langzeitbelichtung möglich, jedoch nur bis acht Sekunden; eine Bulb-Einstellung gibt es jedoch nicht. Auch einen Schuh für externe Blitzgeräte hat Nikon ausgespart.
[SCREEN:2]
Während viele Kompaktkameras mit einem HD-Videomodus daherkommen, muss sich die Nikon Coolpix mit Clips im VGA-Modus (640 x 480 Pixel) und 30 Bilder in der Sekunde begnügen. Auch kann der schöne optische Zoom leider nicht beim Filmen eingesetzt werden. Immerhin lassen sich Videos und Fotos lassen auf einem Display mit einer Diagonale von 3 Zoll bequem betrachten. Auch bei der Motivsuche leistet das große Display gute Dienste. Indem es 90 Grad nach oben und bis zu 45 Grad nach unten geschwenkt werden kann, macht es beispielsweise Über-Kopf-Aufnahmen einfacher. Ist es einmal zu hell für das Display, kann man auch den Sucher nutzen.
Fazit: Nikon Coolpix P90 – eine flexible Allround-Kamera
Mit ihren vielen Funktionen wendet sich die Nikon Coolpix P90 an erfahrene Hobbyfotografen und Einsteiger gleichermaßen. Beide Zielgruppen können sich über die gute Bildqualität und das für eine Kompaktkamera sehr ordentliche Superzoom freuen. Für ambitionierte Projekte stößt man jedoch an Grenzen, da die Coolpix P90 keinen Blitzschuh und keinen RAW-Modus bietet.
Die wichtigsten technischen Daten der Nikon P90 im Überblick
Auflösung: 12,1 Megapixel Pixel
Objektiv: Nikkor- Weitwinkel mit 24-fach-Zoom; 4,6 bis 110,4 mm (entspricht 26 bis 624 mm beim Kleinbildformat)
Lichtstärke 1:2,8 bis 1:5,0
Fokusbereich (ab Objektiv): 50 cm bis unendlich ; Makrofunktion: 1 cm bis unendlich
Monitor: neigbarer 3-Zoll-TFT-LCD mit ca. 230.000 Bildpunkten und Antireflexbeschichtung, elektronischer Sucher mit 0,24 Zoll Bilddiagonale und ca. 230.000 Bildpunkten
Speicher: Interner Speicher (ca. 47 MB), SD/SDHC-Karten
Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku
Abmessungen (H x B x T): ca. 83 x 114 x 99 mm (ohne vorstehende Teile)
Gewicht: ca. 460 Gramm ohne Akku und Speicherkarte
Preis: ca. 430 Euro
Mehr Infos:
- Nikon Coolpix P6000: Kompaktkamera speichert RAW-Daten
- Nikon Coopix P80: Vorgänger-Modell der Nikon P90