Eine Digicam mit einem filmreifen Gehäuse – so könnte man die Nikon Coolpix P60 umschreiben. Der gummierte Handgriff, der kleine optische Sucher sowie die schwarze Kunststoff-Oberfläche lassen den 8,1-Megapixler wie eine analoge Kompaktkamera aussehen. Fototools hat untersucht, was die Coolpix P60, die seit April für rund 250 Euro im Handel ist, für Digitalfotografen bringt.
Nikon P60: Bedienung und Funktionen
[SCREEN:1]Ob man den bauchigen Retrolook mag oder nicht, praktisch ist der Handgriff allemal. So lässt sich die Kamera prima halten und mit nur einer – kleinen – Hand bedienen. Über das Menürad oben auf dem Gehäuse werden unter anderem die Belichtungs- oder Motivprogramme eingestellt. Die Zoomwippe, ein Funktionswähler sowie ein Menü-Button sitzen auf der Rückseite. Die Einstellungsmöglichkeiten sind für eine 250-Euro-Kamera beachtlich. So bietet die P60 von Nikon neben einer Programmautomatik und diversen Motivprogrammen sogar eine manuelle Belichtungswahl, bei der sich sowohl Blende als auch Belichtungszeit steuern lassen. Auch der Fokus kann per Hand eingestellt werden. Dies zusammen mit Fotografierfhilfen wie der Schattenaufhellung oder der automatischen Gesichtserkennung machen die P60 für Einsteiger wie für experimentierfreudige Hobbyfotografen gleichermaßen attraktiv.
Bildqualität und Objektiv
Das 5fach-Zoom deckt einen Brennweitenbereich von 36 bis 180 Millimeter ab (umgerechnet auf Kleinbildformat).Unter anderem für Teleaufnahmen oder Situationen mit wenig Licht hilft der optische Bildstabilisator: Der 8,1-Megapixel-CCD ist beweglich aufgehängt und kann so unfreiwillige Bewegungen der Hand ausgleichen. [SCREEN:0]Ein Minus ist jedoch die Lichtstärke des Objektivs, die mit f 3,6 – 4,5 relativ schwach ausfällt. Die Lichtempfindlichkeit von ISO 80 bis 2000 kann dies nur begrenzt ausgleichen, da der 1/2,35-Zoll -CCD eine höhere Lichtempfindlichkeit mit verstärkem Bildrauschen quittiert. Ansonsten liefert die P60 detailreiche und natürlich wirkende Bilder – egal ob Porträts, Landschaften oder Gebäudeaufnahmen. Mit einer Auslöseverzögerung von 0,4 Sekunden ist die P60 zudem gerade noch schnappschusstauglich.
Display und Sucher
Das Display ist mit 2,5-Zoll gut bemessen. Das gilt leider nicht für die Auflösung des Displays: Mit nur 153.000 Bildpunkten ist die Bilddarstellung auf einer Diagonale von 2,5-Zoll mäßig. [SCREEN:2]Zudem ist auf dem Display bei Sonneneinstrahlung kaum noch etwas zu erkennen. In einem solchen Fall erweist sich der LCD-Farbsucher als hilfreich. Er sitzt links über dem Monitor und zeigt das komplette Bild über den ganzen Brennweitenbereich. Auch frisst der optische Sucher weniger Strom. Das ist nützlich, weil im Lieferumfang der Coolpix P60 nur zwei handelsübliche AA/Mignon-Batterien enthalten sind. Jedoch kann die Kamera auch mit zwei NiMH-Akkus vom Typ Nikon EN-MH1 betrieben werden, diese müssen aber wie das Ladegerät zusätzlich erworben werden.
Fazit zur Nikon Coolpix P60
Der Retrolook verschafft Nikons P60 einen Hauch von Extravaganz. Die digitalen Innereien entsprechen dagegen dem Standard einer Digicam der 250-Euro-Klasse. Punkten kann die P60 von Nikon mit der großen Brennweite und dem optischen Bildstabilisator. Abstriche muss man bei der Lichtstärke sowie bei der Displayqualität machen.