Aperture 2.1 im Test

Apple hat die zweite Version seiner Fotosoftware Aperture vorgestellt. Die Änderungen sind zahlreich, aber eine Neuheit fällt schon vor der Installation auf. So kostet Aperture anstatt 299 Euro in der neuen Version nur noch 199 Euro. Normalerweise schert sich Apple ja selten darum, ob die Preise der Produkte vielleicht Nutzer abschrecken. Im Fall von Aperture 2 will Apple jedoch auch die Hobbyfotografen und Nutzer von iPhoto zur Profi-Software locken. Gleichzeitig unterbietet Apple das Konkurrenzprodukt von Adobe Photoshop Lightroom 1.4 um rund 90 Euro. Fototools hat untersucht, welche Neuerungen in dem Bildprgrogramm stecken und ob sich der Umstieg auf Aperture 2.1 lohnt. Das Upgrade von Version 1.5 kostet rund 90 Euro.
Hinweis: Apple hat die im Februar vorgestellte Version 2 von Aperture Anfang April noch einmal umfangreich aktualisiert. Das Update auf Aperture 2.1 liegt diesem Test zugrunde.
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Aperture 2.1: Besserer Workflow

Ein deutlicher Unterschied zur Vorängerversion ist die bessere Performance. Zwar benötigt Aperture 2 immer noch leistungsfähige Hardware, um anstandslos zu laufen. Jedoch selbst auf schwächeren Rechnern wie einem Macbook mit einer Onboard-Grafik ist der Zuwachs an Geschwindigkeit zu spüren.

  • Schneller durch Fotos browsen Die Foto-Miniaturen werden beim Import schneller aufgebaut. Mit der Funktion "Schnelle Vorschau" lassen die Fotos sich sogar in der bildschirmfüllenden Ansicht im Rekordtempo durchblättern. Dabei nutzt Aperture einfach die in den Raw-Dateien enthaltenen JPEG-Vorschaubilder für die Anzeige. Erst wenn man beispielsweise die Bilder bearbeiten möchte, wird die volle Auflösung geladen.
  • Neue Oberfläche Gerade Einsteiger oder Umsteiger von iPhoto können sich nach unserem Dafürhalten schneller in die neue Oberfläche von Aperture 2.1 einarbeiten. Mit einer einfachen Mausbewegung sichtet man wie in iPhoto alle in einem Projekt enthaltenen Medien. Zudem sind Metadaten, Bibliothek und Anpassungen jetzt in einer Palette gebündelt.  Dabei zeigt das Register "Bibliothek" die in der Datenbank enthaltenen Ordner, Projekte und Alben an, "Metadaten" enthält unter anderem Stichwörter, IPTC- und Exif-Daten und das Anpassungen-Register listet die Bildbearbeitungsbefehle auf. Wenn man die Fotos in der bildschirmfüllenden Ansicht begutachtet, lassen sich die drei Register als Schwebepalette aufrufen und der Anwender kann mit einem einfachen Tastendruck zwischen den Funktionen wechseln. So können die Fotos direkt in der Großansicht  bearbeitet und katalogisiert werden. Das spart Zeit und ist übersichtlich.
  • Exportieren im Hintergrund: Eine echte Zeitersparnis ist der erneuerte Export. In Version 1.5 war das ganze Programm blockiert, sobald man beispielsweise eine Datei als TIFF oder JPEG weitergeben wollte. In Aperture 2.1 wird der Export friedlich im Hintergrund abgewickelt, während man andere Bilder sichtet oder bearbeitet.

Bildbearbeitung: Neue Raw-Engine in Aperture 2.1

[SCREEN:1] Aperture 2 dekodiert Raw-Daten mit der überarbeiteten Raw Engine 2.0, die in vielen Fällen weniger Rauschen und mehr Details als die Vorgängerversion liefert. Die Migration einer Datenbank aus Aperture 1.5 klappte beim Test problemlos. Alle Fotos haben es samt Stichwörtern und Bildbearbeitung in Aperture 2 geschafft. Hier kann der Fotograf bei Bedarf die migrierten Bilder mit der neuen Raw-Engine noch einmal entwickeln. Das kann sich lohnen, denn in Aperture sind einige neue Funktionen hinzugekommen. 

  • Der Schwarzpunkt kann gezielt dunkle Bildbereiche aufhellen. Auch der Gegenspieler ist mit an Bord:  Wiederherstellung holt aus überbelichteten Bereichen Zeichnung zurück, ohne den Rest vom Bild zu beeinträchtigen.
  • Die neue Funktion Lebendigkeit ist wie auch beispielsweise die "Wiederherstellung" bereits auf Lightroom bekannt. Sie hebt im Gegensatz zur Sättigung die Farbbereiche abhängig von der bereits vorhandenen Sättigung. So lassen sich unter anderem Hautpartien von zu starker Farbung ausnehmen.
  • Gut funktioniert hat auch das neue Definition, das den Kontrast in Strukturdetails hervorhebt und damit die Bildschärfe verstärkt.
  • In der Anpassen-Palette findet sich nun der neue Befehl Retuschieren. Er beseitigt störende Elemente wie Staub und Flecken oder ganze Motive. Dabei kann der Fotograf zwischen einem Klonpinsel und einem Reparaturpinsel wählen. Der Klonpinsel kopiert einen vorher ausgewählten Bildbereich in einen neuen hinein. Der Reparaturpinsel dagegen passt den kopierten Bereich an den Zielbereich an, so dass sich ein fließender Übergang ergibt. Nützlich ist dabei die Option "Kanten suchen", die eine Kante innerhalb des Zielbereichs erkennt und diese weitgehend belässt.
  • Mit den Werkzeugen Abwedeln und Nachbelichten lassen sich Bildbereiche wie mit einem Pinsel aufhellen und abdunkeln. Das funktioniert sehr gut und macht die Belichtungskorrektur sehr viel flexibler. Das Werkzeug findet sich jedoch nicht in der Bildbearbeitungs-Palette, sondern muss erst über das Menü "Bild, Bearbeiten mit" aufgerufen werden. Das liegt daran, dass Aperture diese Werkzeuge mit dem Update auf 2.1 mitgeliefert hat. In Zukunft soll es weitere Plug-ins auch von Drittherstellern für Aperture 2.1 geben. So hat beispielsweise Nik Software Viveza als Aperture Plug-in für Mai 2008 angekündigt. Generell ist die Plug-in-Schnittstelle eine lohnende Sache, da der Fotograf damit den Funktionsumfang von Aperture nach Belieben aufbohren kann.

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  • Was in der Bildbearbeitung fehlt: Die Korrektur von Abbildungsfehlern hat Apple etwas vernachlässigt. Vignettierungen lassen sich zwar beseitigen oder wahlweise als Effekt hinzufügen. Jedoch kann Aperture 2 keine tonnen- und kissenförmigen Verzeichnungen beseitigen, wie sie bei starken Weitwinkel- oder Teleaufnahmen entstehen können. Schade, denn gerade für Hobbyfotografen, die nicht immer mit hochpreisigen Objektiven auf Fotopirsch sind, wäre eine Verzeichnungskorrektur wünschenswert. Auch eine Gradationskurve ist nicht mit an Bord.

Aperture 2.1-Test Teil2: Filterfunktion und Fazit

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Aperture 2.1 als Ordnungshüter

[SCREEN:3] Aperture 2.1 bearbeitet Bilder wie die meisten professionellen Bildbearbeitungs- programme verlustfrei. Die Änderungen werden in den Metadaten und nicht im Original gespeichert. Dies hat sich Apple nun auch für die Suche zunutze gemacht. Mit der Filterfunktion "Apfel-F" kann man gezielt nach jenen Fotos suchen, die mit einem bestimmten Werkzeug verändert worden sind. So lassen sich beispielsweise jeweils die Bilder zusammenstellen, die mit der Raw-Engines 1.0, 1.1 oder 2.0 konvertiert wurden. Oder man fischt einzelne Bilder heraus, deren Tonwerte noch nicht korrigiert worden sind. Praktisch: Die Parameter für die Abfragen wie Wertung, Bildbearbeitung, Schlagwörter und viele mehr lassen sich miteinander kombinieren.

Tethered Shooting in Aperture 2.1

 

Für Studiofotografen oder Hobbyfotografen mit Heimstudio könnte eine weitere Neuheit von Aperture 2.1 interessant sein. So kann das Programm jetzt die Kamera über den Rechner fernsteuern. Dabei wird die Kamera über ein Firewire- oder ein USB-Kabel an den Rechner angeschlossen. Mit "Ablage, Anbinden" wählt man den Speicherort, bevor man mit "Session starten" und "Aufnahme" die Bilder direkt von der angeschlossenen Kamera in Aperture importieren kann. Jedoch muss die Kamera für das "Tethered Shooting" das Picture-Transfer-Protocoll (PTP) unterstützen. Mehr Einstellungen als der Klick auf "Aufnahme" sind allerdings nicht möglich. Die Remote-Capture-Softwares von beispielsweise Canon oder Nikon bieten hier deutlich mehr.[SCREEN:4]

 

 

 

 

Fazit:

Manche Neuheiten in Aperture 2.1 waren überfällig, so die Beseitigung des Export-Bugs und die schnellere Bildanzeige. Das ändert natürlich nichts daran, dass sich das Update von Aperture 1.5 auf 2.1 lohnt. Nutzer von iPhoto profitieren zudem von dem Plus an Bearbeitungs- und Verwaltungsmöglichkeiten in Aperture 2.1.

Aperture 2.1-Test: Teil 1: Bessere  Performance und neue Raw-Engine

 

 

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