Olympus neue mju 820 ginge ohne Probleme als typische Stylekamera durch – wäre da nicht ein kleiner Aufkleber mit Regenschirm, der andeutet, dass es sich wieder einmal um ein wetterfestes Modell handelt. Im Test wollten wir aber von der mju 820 wissen, ob sie nicht nur Regen aushält, sondern dabei auch noch gute Bilder macht.
Der erste Eindruck der Olympus mju 820 ist gut: [SCREEN:0]Das Metallgehäuse macht einen wertigen Eindruck, und alle Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt. Allzu groß sollten die Hände des Fotografen jedoch nicht sein, denn die Bedienelemente sind nicht nur klein, sondern liegen auch noch alle dicht beieinander. Das Wählrad etwa ist winzig, und statt der Steuertasten drückt man leicht versehentlich den in der Mitte befindlichen "OK"-Knopf, über den sich auch alle möglichen Funktionen aufrufen lassen. Uneingeschränkt lobenswert ist hingegen das Display: Es bietet mit einer Diagonale von 2,7 Zoll und einer Auflösung von 230.000 Bildpunkten alles, was man braucht, um Fotos gleich an Ort und Stelle zu begutachten. Über die Zoomwippe lässt sich die Aufnahme mehrfach vergrößern, was die Bildkontrolle erleichtert.
5fach-Zoom bis 180 mm
Die Olympus mju 820 ist mit einem Bilsensor mit effektien 8,0 MP ausgestattet. Das macht sie im Vergleich mit solchen Kraftprotzen wie der mju 1200 mit 12 MP recht sympathisch, denn ob mehr Megapixel angesichts des Mini-Bildsensors 1/2,3 Zoll CCD) und der kleinen Optik tatsächlich so viel mehr bringen würden, darf bezweifelt werden. Die Optik an sich ist aber gut und so etwas wie das "Sahnestück" der mju 820. Auf kleinem Raum bietet die Olympus nämlich ein 5fach-Zoom mit einem großen Brennweitenbereich von 36 bis 180 mm (Kleinbild). Das erwies sich im Test als idealer Bereich für die täglichen Anforderungen. Es gibt der mju 820 einen entscheidenden Vorteil gegenüber der zahlreichen Konkurrenz. Allerdings darf man bei der Lichtstärke keine Wunder erwarten: Mit einer Anfangsblende zwischen F3.3 und 5.0 gehört die mju 820 nominell eher zu den lichtschwachen Vertreterinnen.
Aus diesem Grund setzt der Blitz häufig ein und sei es auch nur zum aufhellen. Dabei arbeitet er sehr dezent und überblitzt selbst Porträts aus geringer Entfernung nur selten. Dank Vorblitz sind dabei rote Augen kaum ein Thema. Jedenfalls wird sich ein Besitzer einer mju 820 schnell an den Blitz gewöhnen und diesen sicherlich mehr goutieren, als die ISO-Erhöhung. Manuell sind hier Werte bis ISO 3.200 einstellbar. In der Praxis wird man es aber bei höchstens ISO 800 belassen. Dabei rauscht die kleine 820 gar nicht einmal so sehr, aber dennoch machen sich Bildstörungen bemerkbar. Schuld daran ist die Rauschunterdrückung durch den Truepic III Bildprozessor, die offenbar ganze Arbeit leistet – jedoch nicht immer zugunsten der Qualität. Statt Bildrauschens hat man nämlich bei hohen ISO-Werten plötzlich störende Artefakte im Bild. Wie gut, dass da die Automatik nicht mitmacht, und sich nur zwischen ISO 50 und 400 einpendelt.
Fazit: Stylekamera mit Schwächen
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Beim Fotografieren selbst ist die Olympus mju 820 sehr angenehm. Das Einschalten dauert etwa 2,5 Sekunden. Anschließend bewegt sich das Zoom geschmeidig und schnell, wenn auch etwas geräuschvoll hin und her. [SCREEN:1]Störender als das ist jedoch die Auslöseverzögerung: Die Olympus mju 820 benötigt mehr als eine halbe Sekunde zum Scharfstellen und Auslösen – das ist für Schnappschüsse schon zu viel. Immerhin helfen 20 Motivprogramme bei den richtigen Einstellungen. Bemerkenswerterweise besitzt die mju 820 nicht nur eine Gesichtserkennung, sondern zusätzlich eine Funktion, die Lächeln erkennt. Auch diese wird über die Programmwahl aktiviert. Die Kamera löst dann automatisch aus, sobald die fotografierte Person lächelt. Soweit die Theorie. Im Test zeigte sich allerdings, dass die Lächel-Automatik noch recht ungenau funktioniert.
Sinnvolle Extras gibt es jedoch auch: So lassen sich beim Display verschiedene Anzeigeoptionen auswählen, was das Fotografieren erleichtert. Zudem gibt es hier auf Wunsch sogar ein Histogramm. Die kamerainternen Bildbearbeitungsfunktionen (Sepia, Rote Augen Korrektur) sind jedoch eher überflüssig – so etwas sollte man nach wie vor Photoshop & Co. überlassen. Ein sinnvolles Extra ist jedoch die Videofunktion: Die Filmchen besitzen eine recht gute Qualität. Bei voller VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) erreicht die Kameradabei sogar wackelfreie 30 Bilder pro Sekunde. Das Zoom lässt sich während des Filmens jedoch nicht benutzen.
Fazit
Elegant ist sie, wetterfest ist sie, und einen angenehmen Eindruck macht sie auch. [SCREEN:2]Außerdem lockt die Olympus mit einem starken 5fach-Zoom, präzise arbeitendem Blitz und nützlicher Videofunktion. Kurzum: Die Olympus mju 820 hätte das Zeug dazu, sich von den kompakten Stylecams deutlich abzuheben. Abgesehen davon ist die Kamera bereits ab sehr günstigen 200 Euro zu haben. Dennoch zeigten sich im Teist ein paar Schwachstellen: Zum einen ist da die Rauschunterdrückung zu nennen, die die Bildqualität nicht wirklich verbessert, zum anderen stört die relativ lange Auslöseverzögerung. Beides verhindert eine uneingeschränkte Empfehlung.