Edler Mini: Samsung NV3 im Test

Samsung lockt neue Käufer derzeit mit einem Sondermodell seiner ultrakompakten Digitalkamera NV3. Grund genug für uns, die schicke, kleine Samsung NV3 einem gründlichen Praxistest zu unterziehen.

Gut gestylte Ultrakompaktkameras stehen bei den Kunden derzeit hoch im Kurs. [SCREEN:0]Auf diesen Markttrend hat auch Samsung reagiert und schickt mit der NV3 ein sehr edel wirkendes Modell ins Rennen – jetzt sogar in einer Sonder-Edition. Die kleine Kamera im soliden Metallgehäuse ist nur 17,5 mm dick. Das ändert sich auch nicht beim Einschalten: Das dreifache Zoomobjektiv mit dem klassischen Brennweitenbereich von 38 bis 114 mm (bezogen auf das Kleinbildformat) liegt nämlich komplett innen. Das ist nicht unpraktisch, denn so ist die NV3 sehr schnell einsatzbereit. Eine kleine Schutzklappe gleitet blitzschnell beiseite, und schon ist die Kamera fertig für die erste Aufnahme. Auf diese Weise glänzte die Samsung NV3 im Test mit einer kurzen Einschaltzeit von deutlich unter einer Sekunde.

Gutes Handling: Samsung NV3

Trotz ihrer kompakten Abmessungen liegt die Samsung sehr gut in der Hand. Alle Bedienelemente sind gut zu erreichen und nahezu selbsterklärend. Auf der Rückseite befinden sich ein klassischer Vier-Wege-Knopf mit mittlerer Taste sowie die obligate Zoomwippe. Dazu gibt es drei Tasten für Bildwiedergabe und Extra-Funktionen. Die Kamera-Modi inklusive der Programmautomatik und Samsungs Advanced-Shake-Reduction-Funktion werden über ein Wählrad auf der Oberseite gesteuert, was sich beim Testen als sehr praktisch erwies. Das Menü wirkt ebenso aufgeräumt wie die Bedienelemente. Dank seines logischen Aufbaus erschließt es sich auf Anhieb und dürfte dafür sorgen, dass kein Anwender vor größeren Problemen steht.

Ein Highlight ist das 2,5 Zoll große Display (6,35 cm) im 4:3-Format. [SCREEN:1]Es löst mit 230.000 Bildpunkten nicht nur sehr schön auf, sondern glänzt auch mit einer wirklich brillanten Darstellung und einer hohen Blickwinkelstabilität. Angesichts der vielen Multimediafeatures, die die kleine NV3 neben dem Fotografieren auch beherrscht, ist solch ein Display natürlich kein Wunder. Etwas schade ist es jedoch, dass Samsung dem Trend der Zeit folgt und auf einen optischen Sucher verzichtet. Mit Sucher und abschaltbarem Display ließe sich die Akkulaufzeit sicherlich noch weiter verbessern. Zudem zeigte der Praxistest, dass das Display alleine in Extremsituationen bei starker Sonneneinstrahlung nicht mehr viel weiter hilft.

2. NV3 mit Advanced Shake Reduction
3. Zahlreiche Multimedia-Features
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Der kleine 1/2,5-Zoll-Bildsensor der NV3 liefert eine maximale auflösung von 3.072 x 2.304 Bildpunkten und damit effektive 7,2 Megapixel. Der Zoom reagiert sehr rasch, was das Handling erleichtert. Allerdings ist das Samsung-eigene Objektiv mit einer Anfangsblende von F3,5 bis 4,5 nicht besonders lichtstark. [SCREEN:2]Daher greift man gerne auf die per oberem Wählrad zuschaltbare Advanced Shake Reduction (ASR) zurück. Bei dieser bereits von anderen Samsung-Kameras bekannten Technik fertigt die Kamera gleich zwei Fotos mit derselben ISO- und Blendeneinstellung an: Eine kurz- aber unterbelichtete Aufnahme für ein scharfes Bild und eine lang belichtete, aber verwackelte Aufnahme für die Farbinformationen. Aus beiden Bildern errechnet die Kamera dann ein korrekt belichtetes und scharfes Foto. Das funktionierte im Test auch ganz gut. Man gewinnt – je nach Aufnahmesituation – tatsächlich in etwa zwei Blendenstufen. Zaubern kann man mit ASR trotzdem nicht: Ist es zu dunkel, werden längere Belichtungszeiten notwendig, und die Aufnahmen verwackeln trotzdem. Hier hilft nur der Blitz, der zwar kräftig ist, im Nahbereich jedoch zum Überblitzen neigt.

NV3 mit Advanced Shake Reduction

Ein Nachteil der Advanced Shake Reduction soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Die ASR-Funktion erhöht die Zeit bis zur nächsten Aufnahme ganz erheblich. Es dauert mehrere Sekunden, bis die Kamera beide Bilder zu einem Foto zusammengerechnet und gespeichert hat. Gerade bei voller 7-Megapixel-Auflösung wird das Fotografieren so zur Geduldsprobe. Doch auch ohne ASR ist die kleine NV3 nicht gerade die Schnellste: Die Auslöseverzögerung liegt bei rund einer halben Sekunde. Selbst Samsung gibt für den Idealfall (ohne Autofokus) 0,16 Sekunden plus 0,3 Sekunden fürs scharfstellen an. Mit diesen Werten ist die Samsung nicht mehr ganz schnappschusstauglich. Man muss sich vor der Aufnahme also darauf einstellen und den richtigen Moment fürs Auslösen geschickt wählen.

Angenehm hingegen ist, dass man bei der Samsung NV3 zwischen Mehrfeld- und Spotmessung wählen kann. [SCREEN:3]Dies gilt sowohl für den Autofokus als auch für die Belichtungsanalyse. In der Praxis bedeutet das deutlich mehr Flexibilität bei ungleichmäßig ausgeleuchteten Motiven. Die Verschlusszeiten reichen von 15 s bis hin zu 1/2.000 s und decken damit nahezu alle Aufnahmesituationen ab. Die Empfindlichkeit lässt sich von ISO 80 bis auf ISO 1.000 hochregeln. Letzteres ist jedoch nur in absoluten Notfällen ratsam, da die NV3 bei höchster Empfindlichkeit ein unangenehm starkes Bildrauschen erkennen lässt. Wer Wert auf rauscharme Bilder legt, sollte mit der NV3 nur bis ISO 400 gehen.

1. Edler Mini: Samsungs NV3 im Test
3. Zahlreiche Multimedia-Features
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Gespeichert werden die Fotos entweder auf dem 15 MByte großen internen Speicher oder auf MMC- oder SD-Karte. Falls man mit der Samsung auch Videos aufnehmen möchte, empfiehlt es sich, immer ein paar Ersatzkarten dabei zu haben. Die NV3 nimmt Videos sogar im Breitbildformat 720 x 480 auf. Dann reduziert sich die Bildrate jedoch auf 20 Bilder pro Sekunde. Will man mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, muss man das VGA-Format wählen (640 x 480). Die Videos sind übrigens von erstaunlich guter Qualität. Als kleiner Camcorder-Ersatz für Zwischendurch geht die Samsung NV3 daher ohne weiteres durch. Selbst der aufgenommene Ton kann sich dabei hören lassen. Allerdings verwundert das nicht weiter, besitzt die Kamera doch sogar eine Funktion, um sie als Diktiergerät zu nutzen.

Zahlreiche Multimedia-Features

Wenn man die Samsung NV3 ausgiebig testet, dürfen die Multimedia-Features dieser Kamera nicht unerwähnt bleiben. Die NV3 lässt sich nämlich auch als Portabler Multimedia Player (PMP) verwenden. [SCREEN:4]So kann man beispielsweise mit der mitgelieferten Software Videos auf das Displayformat der NV3 konvertieren und unterwegs Filme gucken. Dabei überzeugte die Kamera in der Praxis durch eine ganz hervorragende Videoqualität und guten Stereosound. Die NV3 besitzt nämlich zwei Stereo-Lautsprecher. Sie sind unter den hervorstehenden runden Scheiben auf der Kameraoberseite versteckt. Da das Kameradisplay im 4:3-Format gefertigt ist, eignet sich die NV3 gut zum Anschauen von aufgenommenen Fernsehsendungen. Natürlich lässt sich auch auf das Video verzichten und nur der Ton nutzen. Dann dient die Kamera als MP3-Player. Und sogar ohne Ton lässt sich die NV3 multimedial nutzen – als E-Book-Lesegerät. All diese unterschiedlichen Aufgaben erledigt die Samsung tatsächlich sehr gut – inwieweit man eine Digitalkamera jedoch überhaupt zu so etwas benutzen möchte, muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden.

[SCREEN:5]Derzeit ist die Samsung NV3 schon für unter 250 Euro zu haben. Ein guter Preis angesichts der gebotenen Leistungen und des Funktionsumfangs. Auch die Ausstattung ist gut: Neben einem Netzadapter werden USB- und AV-Kabel mitgeliefert. Zudem gibt es eine hochwertige Tasche für die Kamera gleich dazu. Als Software packt Samsung seine universelle Software Digimax Master zur Bildbearbeitung und für den Videoschnitt mit dazu.

Fazit

Samsung bietet mit der NV3 eine hochwertig verarbeitete, edel gestaltete Kamera zu einem günstigen Preis. Bei der schicken Mini-Kamera überzeugen vor allem das gute Handling und ihre Bildqualität. Ein Nachteil ist jedoch ihre relativ lange Auslöseverzögerung. Abgesehen von den Fotofunktionen bietet die kleine Digicam jede Menge Multimedia und lässt sich sogar als portabler MP3- und Videoplayer nutzen. Wer diese Features wirklich nutzt, für den ist die NV3 tatsächlich eine gute Alternative zur klassischen Kombination von mehreren Geräten.

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