Nokias N73 ist das erste Fotohandy in unserem Test der 3-Megapixel-Modelle aus Nokias N Serie. Wir wollten dabei genau wissen, ob das neue N73 wirklich so gut ist, dass es eine Digitalkamera ersetzt. Denn schließlich müssen sich gerade die Kamerahandys mit hoher Pixelzahl an diesem Anspruch messen lassen.
Nokia N73: wie eine kleine Digicam
Auf der Vorderseite fällt an dem Nokia N73 sofort das große Display auf: Mit 2,4 Zoll (6,1 cm) besitzt es in etwa die Größe aktueller Kamera-Displays. [SCREEN:0]Allerdings bietet es mit einer Auflösung von 76.800 Bildpunkten (240 x 320) natürlich längst nicht deren hohe Auflösung. Dennoch wirkt das Bild klar und dank 262.000 Farben sehr brillant. Dreht man das N73 um, fällt auf der Rückseite sofort der Schiebemechanismus ins Auge. Betätigt man diesen, legt man das Objektiv frei und aktiviert die Kamerafunktionen. Man kann das Nokia N73 nun horizontal halten und genauso wie eine kleine Digitalkamera verwenden. Das Display dient dabei als Sucher.
Ist die Kameraklappe geöffnet, werden auch die an der Seite befindlichen Knöpfe aktiv. Sie dienen in der Kameraposition als klassische Foto-Bedienelemente mit Auslöser und Zoomwippe. Da das Nokia N73 (im Gegensatz etwa zum Nokia N93) nicht über einen optischen Zoom verfügt, bedient man damit jedoch nur den Digitalzoom (20fach), den man sich dank Bildbearbeitung natürlich auch schenken könnte. Die Bedienung des kleinen Fotohandys an sich ist aber jedoch genial: Da es sich komplett wie eine kleine Schnappschusskamera steuern lässt, fällt das Handling sehr leicht.
Kamera immer dabei
[SCREEN:1]Dank seiner kompakten Abmessungen von 110 x 49 x 19 mm und dem sehr geringen Gewicht von 116 Gramm liegt das Nokia N73 wie eine kleine Ultrakompaktkamera sehr gut in der Hand. Dies ist auch ein großes Plus für den Transport: Das N73 ist nicht größer als ein normales Handy, vereint aber in sich die einfache Bedienung und die Funktionalität von Handy und Digitalkamera. Wer also immer eine Kamera dabeihaben will, ohne gleich zwei Geräte mit sich herumzutragen, ist mit dem Nokia N73 gut bedient.
2 Kamera mit vielen Funktionen
3 Typisch Nokia: Viel Funktionen, einfaches Handling
4 Nokia N73 als MP3-Player und Fazit
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Leider ist das Nokia N73 nur bedingt schnappschusstauglich: Bis die kleine Kamera aufnahmebereit ist, vergehen geschlagene vier Sekunden – eine quälend lange Zeit bei spontanen Aufnahmesituationen. Da der Autofokus nicht der schnellste ist und auch die Kameraelektronik ihre Zeit braucht, liegt die Auslöseverzögerung bei rund 1,5 Sekunden – ebenfalls nicht gerade ein Wert, der das Fotohandy für Schnappschüsse prädestiniert. Auch das Speichern dauert, so dass das Handy bis zum nächsten Foto deutlich mehr Zeit benötigt als bei anderen Digitalkameras.
[SCREEN:2]Immerhin verfügt das N73 sogar über eine Serienbildfunktion. Für sechs Aufnahmen mit Blitz benötigte die Kamera im Test zwölf Sekunden – angesichts der bisherigen Leistungen ein guter Wert. Für das Speichern der sechs Fotos vergehen dann allerdings noch einmal rund zehn Sekunden. Die gemessenen Werte darf man allerdings nicht mit herkömmlichen Digitalkameras vergleichen, sondern muss sie in Relation zu anderen Fotohandys setzen – und dann steht das Nokia N73 sehr gut da, denn viele Fotohandys benötigen genauso lange, bieten aber längst keine 3,2 Megapixel Auflösung.
Nokia N73: Kamera mit vielen Funktionen
Doch wie sieht es nun mit den Fotofunktionen und der Bildqualität aus? Der erste Teil der Frage ist schnell beantwortet: An Funktionen bietet das Nokia N73 alles, was man von einer kleinen Schnappschusskamera erwartet: Über das Menü kann man eines von sieben Motivprogrammen wählen (darunter "Porträt", "Nahaufnahme", "Landschaft", "Sport" und "Nacht"). Der Blitz lässt sich nicht nur ein- und ausschalten, sondern besitzt auch einen Modus für die Rote-Augen-Reduktion. Sogar ein Selbstauslöser mit verschiedenen Zeitstufen ist vorhanden. Außerdem ist eine Serienbildfunktion sowie eine Belichtungskorrektur (von -2,0 bis +2,0) vorhanden. Weiterhin gibt es Einstellmöglichkeiten für Lichtempfindlichkeit, Farbe und Weißabgleich. Summa summarum: Der Funktionsumfang ist für ein Fotohandy ausgezeichnet; wenn man etwas vermisst, dann nur eine stärkere Beeinflussung der Verschluszeit – doch das ist bei einem Fotohandy wohl nicht zuerwarten, wenn selbst vielen Ultrakompaktkameras diese Option fehlt. Das N73 kann zwar mit einer kurzen 1/1000-Sekunde belichten – nur frei wählen darf man dies leider nicht (die maximale Belichtungszeit beträgt übrigens 2 Sekunden). Gerade bei schnellen Motiven (Tiere, Kinder) bleibt in solchen Fällen also nur die Wahl des Motivprogramms "Sport" – wobei man den Blitz bei schwachem Licht immer zuschalten sollte.
Noch Probleme mit der Bildqualität
Das bis hierhin sehr positive Bild des Nokia N73 trübt sich etwas, wenn es zur Bewertung der Bildqualität kommt. [SCREEN:3]Zwar besitzt das Handy ein hochwertiges Tessar-Objektiv von Carl Zeiss mit einer Brennweite von 5,6 mm, das mit F2.8 sogar recht lichtstark ist. Aber eine gute Optik garantiert noch lange keine otimale Fotoqualität. Beim Nokia liegt der Schwachpunkt eher beim CMOS-Sensor. Der winzige CCD schafft eine Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel (3,15 Megapixel effektiv), allerdings hat er mit dem altbekannten Problemen der Miniaturisierung zu Kämpfen: dem Bildrauschen. Je kleiner die Oberfläche des CCD ist, desto weniger Licht trifft auf diesen. Dieser physikalischen Gegebenheit kann auch der Bildsensor des N73 nicht entkommen. Die Folge: Gerade bei kritischen Lichtverhältnissen muss die Empfindlichkeit so sehr erhöht werden, dass sichtbare Pixelfehler entstehen.
1 Nokia N73: wie eine kleine Digicam
3 Typisch Nokia: Viel Funktionen, einfaches Handling
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Im Test machte sich dieses Bildrauschen teilweise sehr stark bemerkbar. Insbesondere bei Innenaufnahmen sollte man tunlichst nicht auf den Blitz verzichten. Aber auch bei Fotos, die unter optimalen Bedingungen erstellt wurden, ist das Bildrauschen im Vergleich zu herkömmlichen Digitalkameras stärker. Dies sollte man bei der Wahl der Foto-Abzüge unbedingt berücksichtigen. Verbieten sich Posterformate aufgrund der 3 Megapixel sowieso, sollte man auch das Standard-Format von 13 x 18 eher nicht überschreiten.
[SCREEN:4]Ein weiteres Problem des Nokia N73 ist die Farbtreue – oder vielmehr seine Nicht-Farbtreue. Farbstiche und auch eine zu hohe Farbsättigung waren im Test keine Seltenheit. Eine Ursache hierfür war die oft überforderte Automatik beim Weißabgleich. Es empfielt sich daher, der kleinen Kamera durch eine manuelle Vorauswahl zu helfen. Hierzu stehen die Einstellungen "Sonnig", "Wolkig", "Weißlicht" und "Neonlicht" zur Verfügung. Einen manuellen Weißabgleich gibt es leider nicht, obwohl wir ihn uns im Test manchmal gewünscht hätten. Unter dem Farb-Menü steht außer Verfremdungen wie etwa "Schwarzweiß" etc. nur die Optionen "Kräftig" und "Normal" zur Verfügung. Dies ist bei zu viel Farbsättigung selbdt in der Normaleinstellung natürlich wenig hilfreich und verlangt nach einer anschließenden Korrektur mit der Bildbearbeitung.
Typisch Nokia: Viel Funktionen, einfaches Handling
Neben den Fotofunktionen sollte man nicht vergessen, dass es sich bei dem Nokia N73 in erster Linie immer noch um ein Handy handelt. [SCREEN:5]Und hier gibt es nun wirklich nichts zu mäkeln: Das N73 ist ein Quadband-Handy für GSM (850/900/1800/1900) und unterstützt natürlich UMTS. Ein interner Speicher von 42 MByte bietet ausreichend Platz für Kontakte, Klingeltöne und MMS. Fotos speichert man jedoch besser auf einer Mini-SD-Karte: Hier passen auf eine 1 GByte große Karte rund 800 Fotos in voller 3-MP-Auflösung. Das N73 arbeitet mit Nokias Benutzeroberfläche S60 (3rd Edition) und Symbian-Betriebssystem (Symbian 9.1). Damit bietet das Modell den vollen Handy-Komfort, den man von Nokia gewohnt ist wie etwa eine dynamische Kontaktdatenbank mit Porträt-Fotos für Adressbucheinträge, E-Mail, Sprachwahl und Push-to-Talk. Dank Quickoffice kann das Handy Textdokumente, Tabellen und Präsentationen anzeigen. Mit dem Adobe Reader ist sogar das Lesen von PDFs möglich.
1 Nokia N73: wie eine kleine Digicam
2 Kamera mit vielen Funktionen
4 Nokia N73 als MP3-Player und Fazit
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Zusätzlich zur Fotokamera sitzt auf der Vorderseite eine zweite Kamera mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel). Sie dient allerdings nicht zum Fotografieren, sondern zur Videotelefonie. Eine klassische Videofunktion besitzt das N73 über seine Hauptkamera natürlich auch. Allerdings hat man bei maximal 15 Bildern pro Sekunde kaum Freude an den Ruckel-Videos. Zum Daten-Abgleich mit dem Computer dient die Nokia PC Suite mit umfangreichen Funktionen. Dabei gestaltet sich der Datentransfer aufgrund der geringen Transferrate von unter einem MByte pro Sekunde recht zäh. Bei voller Speicherkarte dauert es daher geraume Zeit, bis man alle Fotos auf den Rechner übertragen hat.
Nokia N73 als MP3-Player
Eine besondere Erwähnung verdienen die Musikfunktionen des N73: Der Player unterstützt die Formate MP3 AAC eAAC eAAC+ und WMA und gibt auch auch DRM-geschützte Titel wieder (OMA DRM 2.0). [SCREEN:6]Das Nokia besitzt einen Equalizer, mit dem sich der Klang individuell regeln lässt. Wie ein richtiger MP3-Player unterstützt das N73 dabei auch Playlisten. Ein UKW-Radio rundet den insgesamt guten Musik-Eindruck ab. Nur über die mitgelieferten Kopfhörer kann man geteilter Meinung sein. Da man mit dem N73 keine Kopfhörer mit Standard-Klinkenstecker nutzen kann, ist man auf die Nokia-Modelle angewiesen. Die liefern zwar einen guten Klang, doch wer Wert auf sehr hochwertige Kopfhörer legt, geht leer aus. Außerdem entsteht leicht ein Wackelkontakt, wenn der Nokia-Flachstecker nicht ganz exakt einrastet.
Fazit
Das Nokia N73 bietet alles, was man sich von einem gut ausgestatteten Handy heute wünscht – inklusive Musik-Player. Und ja: Es ist tatsächlich auch eine vollwertige Digitalkamera, die man mit dem Handy nun überall mit dabei hat. An deren überzeugendes Bedienkonzept gewöhnt man sich rasch und möchte das kompakte N73 bald nicht mehr in seiner Jackentasche missen. Allerdings neigt die Mini-Kamera gerade bei schwachem Licht zu starkem Bildrauschen und ist aufgrund der langen Auslöseverzögerung nicht unbedingt schnappschusstauglich.
1 Nokia N73: wie eine kleine Digicam
2 Kamera mit vielen Funktionen
3 Typisch Nokia: Viel Funktionen, einfaches Handling